bergsteigen_wandern_sport

Prävention und Früherkennung

Checks und gesundes Verhalten senken das Risiko

Aller guten Dinge sind drei - auch in der Vorsorge. Gesunde Ernährung, günstige Lebensgewohnheiten und regelmäßige Untersuchungen sind die Bausteine der Prävention. Wie oft welcher Check nötig ist, richtet sich nach Familienanamnese und Begleiterkrankung.

Zur Vorbeugung von Kolonkarzinomen empfehlen Ärzte am besten einen Drei-Punkte-Plan:

  1. Gesunde Ernährung: wenig Schweine- und Rindfleisch, reichlich Vitamine und Ballaststoffe mit Obst, Gemüse und Vollkornprodukten. Einer großen Studie zufolge senkt eine Erhöhung der Ballaststoffzufuhr von 15 g auf 35 g täglich das Darmkrebsrisiko um 40 Prozent. Diese meist unverdaulichen Nahrungsbestandteile beschleunigen die Darmpassage und verkürzen so die Einwirkzeit von Schadstoffen. Keine gesicherten Daten gibt es zu Vitamin- oder Mineraltabletten.

  2. Günstiger Lebensstil: nicht rauchen, kein Übergewicht, wenig Alkohol und vor allem Bewegung. Wer vier- bis fünfmal pro Woche eine halbe Stunde Sport treibt, hat ein bis zu 50 Prozent geringeres Darmkrebsrisiko als Faulpelze. Sport regt die Darmtätigkeit an sowie die Immunabwehr, die Krebszellen vernichtet.

  3. Teilnahme an der Vorsorge: Den Menschen mit normalem Risiko - ohne Darmkrebs in der Familie - zahlen die Kassen jährlich von 50 bis 54 Jahren einen Guajak-Test auf verborgenes Blut im Stuhl. Grundlage ist, dass Polypen und Karzinome öfter bluten als gesunde Mukosa. Bei einmaliger Anwendung wird ein Drittel der Wucherungen erkannt. Bei jährlichen Tests steigt diese Rate. Ab dem 55. Geburtstag sowie zehn Jahre später kommen die Kassen für eine Koloskopie auf. Als Alternative bieten sie jedes zweite Jahr einen Guajak-Test.

Anzeige

Bei Risikopatienten übernimmt die GKV ein individuell zugeschnittenes Untersuchungsprogramm. So stammt gut ein Fünftel der Darmkrebspatienten aus Familien, in denen die Krankheit gehäuft auftritt, ohne dass die genetischen Ursachen geklärt sind. Praktisch bedeutet das: Ist ein direkter Verwandter (Eltern, Geschwister, Kinder) an Darmkrebs erkrankt oder wurde bei ihm ein Polyp oder Adenom nachgewiesen, sollten Angehörige zehn Jahre vor dem Alter, an dem das Ereignis aufgetreten ist, eine Koloskopie machen lassen, spätestens aber mit 50 Jahren.

Bei knapp einem Zehntel der Patienten liegt erblicher Krebs vor, der sich mit Gentests nachweisen lässt. Sind mindestens drei direkte Verwandte an Darm-, Magen- oder Gebärmutterkarzinomen erkrankt, dann gilt: Bei den Familienmitgliedern sind ab 25 Jahren Darmspiegelungen in regelmäßigen Abständen angezeigt. Außerdem sollten sie zur humangenetischen Beratung gehen.

Ebenfalls erhöht, und zwar bis zum Dreifachen, ist das Darmkrebsrisiko bei Typ-2-Diabetikern mit Insulintherapie. Grund: Das Hormon fördert die Zellproliferation. Diesen Patienten wird daher vor Beginn der Insulin-Injektionen eine Koloskopie empfohlen, danach alle fünf Jahre.

Patienten mit Colitis ulcerosa (CU) erkranken sechsmal öfter an Darmkrebs als Menschen ohne entzündliche Darmkrankheit. Gemäß den Leitlinien übernehmen die Kassen bei ausgedehnter CU, die seit mindestens acht Jahren besteht, alle ein bis zwei Jahre eine Koloskopie mit je 40 bis 50 Biopsien.


Quelle: © Ärzte Zeitung
Autor: Dr. Angela Speth
Stand: Sep 3, 2009


Sie lesen gerade:

Checks und gesundes Verhalten senken das Risiko

Diese Seite bookmarken bei:
A A A
Anzeige
Springer Ratgeber Gesundheit

Expertenrat

Ratgeber Pharmazie und Gesundheit 2010

logo_springer_footer_neu

Forum Darmkrebs

mann_arbeit_computer_aelter

Erfahrungsaustausch

Hier können Sie mit anderen Patientinnen und Angehörigen in Kontakt treten.

mehr

Darmkrebs

Rotwein

Risikofaktoren

Risikofaktoren für Darmkrebs? Alkohol, Stress, Rauchen, Diabetes gehören dazu.

mehr

Video

Reise durch den Darm

Wie sieht es eigentlich da drinnen aus? Die virtuelle Reise durch den Darm gibt einen Einblick.

mehr

Darmkrebs

arzt_krankenschwestern_team

Stadien

Mediziner unterscheiden sechs verschiedene Darmkrebs-Stadien. Die Stadieneinteilung hilft, die Behandlung zu planen.

mehr

Special Schweinegrippe

Immer auf dem neuesten Stand

Aktuelle Entwicklung und Informationen zur Ausbreitung der Schweinegrippe, Hygienemaßnahmen, Impfstoffen und vieles mehr finden Sie im Special Schweinegrippe auf lifeline. Ein Expertenrat beantwortet kostenlos und zeitnah Ihre Fragen.

zum Special Schweinegrippe

Selbsthilfe

Felix Burda Stiftung

Felix Burda Stiftung

Bei keiner anderen Krebsart bietet die Früherkennung derart große Chancen: Darmkrebs. Die Felix Burda Stiftung engagiert
sich daher seit 2001 für die Kommunikation der Chancen der Darmkrebs-Vorsorge und -Früherkennung. mehr

Zur Selbsthilfe-Übersicht